In unserer Nachbarschaft: das “Hohe Meer”

Frauentorstraße

Das  momentan leerstehende Gebäude wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Sein heutiges Aussehen erhielt es durch einen Umbau im Jahre 1887. Ein hoher Ziergiebel und im Inneren eine holzvertäfelte Bierhalle entstanden in dieser Zeit. Die Gaststätte  das “Hohe Meer” ist von besonders großer städtebaulicher Wirkung, da es an der Einmündung der Straße “Auf dem Kreuz” steht. Es birgt eine der letzten gut erhaltenen Bierhallen des 19. Jahrhunderts in Augsburg.

In die Gaststätte kehrten einst Pilger ein, die das “Wunderbarliche Gut” von Heilig-Kreuz besuchten. An der Fassade prangte deshalb ein goldenes Abbild des Gnadenbildes. Dieses wurde 2015 jedoch gestohlen.

Ursprünglich wurde das Anwesen als Braustätte genutzt. Eine Bierschankgerechtigkeit ist dort seit 1606 nachgewiesen. Lange Zeit diente die Gaststätte auch als Einkehrort für Wallfahrer. Im Jahre 1887 kaufte dann die Aktienbrauerei Augsburg (Inhaber J. M. Vogtherr) das Anwesen. 1924 ging die Brauerei und mit ihr auch das Hohe Meer an HasenBräu. Die alliierten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude ohne nennenswerte Schäden.

Um die Jahrtausendwende wurde die Gaststätte geschlossen. Ein Investor kaufte das Anwesen daraufhin und gab 2006 bekannt, dass dort ein Mozart-Hotel eröffnet werden soll. Da der Investor jedoch in finanzielle Schwierigkeiten geriet, konnten die Pläne nicht umgesetzt werden und so kam es erneut zum Verkauf. Neuer Eigentümer wurde eine Immobilienunternehmen, welches die Errichtung von Luxuswohnungen und begann 2013 mit der Sanierung des mittlerweile baufälligen Gebäudes. Nach kurzer Zeit kamen die Arbeiten jedoch zum Erliegen und das Gebäude blieb seither ungenutzt. 2020 meldete die Firma Konkurs an. Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Hohe Meer, genau wie viele andere Objekte in Deutschland, Teil eines betrügerischen Investitionsmodells war.